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Hormonzerstörung durch Glyphosat - (nicht nur im Tierversuch) nachgewiesen

Schon 2005 veröffentlichte Richard et al. unter dem Titel "Differential Effects of Glyphosate and Roundup on Human Placental Cells and Aromatase " dieses (aus der Conclusion):

"Our studies show that glyphosate acts as a disruptor of mammalian cytochrome P450 aromatase activity from concentrations 100 times lower than the recommended use in agriculture ..."

"Unsere Studien zeigen, dass Glyphosat als endokriner Disruptor der Aromatase-Aktivität bei Säugetieren agiert, in Konzentrationen, die 100 mal niedriger liegen als diejenigen, die in der Landwirtschaft empfohlen werden ..."

Das es bei den angesprochenen Säugetier-Zellen eben auch MENSCHLICHE Zellen trifft (es wurden 'human JGEG3 cells' untersucht), sollten erst recht dringende Fragen gestellt werden:

Aromatase wandelt Testosteron in Estradiol

Die Aromatase ist ein Enzym aus der P450-Super-Familie, genaue Bezeichung CYP19A1, das bei Frauen normal, bei (erwachsenen) Männern eher gefürchtet ist. Testosteron, betrachtet als Vor-Hormon, wird entweder (vor allem beim Mann) durch das Enzym 5-alpha-Reduktase in Dihydrotestosteron als dem eigentlichen Androgen umgewandelt oder (vor allem bei der Frau) durch die Aromatase in E2=Estradiol, dem wichtigsten Östrogen (es gibt auch noch E1=Estron und E3=Estriol). Während beim erwachsenen Mann vor allem im Zuge einer Bauch-/Abdomen-Verfettung die Aromatase aus dem Fettgewebe heraus exprimiert wird und in der Folge des zugelegten Bauchfetts auch Brüste wachsen lässt (eher unangenehm), ist während der Pubertät aber ein zu niedriger Pegel an Estradiol schädlich für die Entwicklung der Fruchtbarkeit - siehe hierzu Carreau et al. "Estrogens and male reproduction: a new concept".

Hier der Testosteron-Metabolismus als Ausschnitt der Steroid-Hormone:

Im 'Critical Window' auch kleinste Mengen gefährlich

Wie wir gelernt haben, z.B. hier bei Prof. Kortenkamp, gibt es in der Entwicklung kritische Einflugschneisen (Pubertät), in denen auch kleinste Mengen von Endokrinen Disruptoren grossen Schaden anrichten können. Während selbst viel grössere Mengen später kaum noch einen Schaden anrichten.

Daraus folgt, dass das Argument, dass z.B. Glyphosat (oder andere Pestizide oder andere EDCs=Endokrine Disruptoren) doch nur in Nano-Mengen in menchlichen Geweben nachweisbar ist, nicht gilt. Glypohosat und sein Metabolit AMPA gehört nicht in den menschlichen (und tierischen, und pflanzlichen) Organismus, Punkt.

Glyphosat hemmt auch andere P450-Enzyme

Samsel / Seneff 2013 schreiben:

"Glyphosate's inhibition of cytochrome P450 (CYP) enzymes is an overlooked component of its toxicity to mammals. CYP enzymes play crucial roles in biology, one of which is to detoxify xenobiotics. Thus, glyphosate enhances the damaging
effects of other food borne chemical residues and environmental toxins."

"Die Hemmung von Cytochrom P450 Enyzmen durch Glyphosat ist eine übersehene Komponente der Toxizität bei Säugetieren. CYP-Enzyme spielen eine entscheidende Rolle in der Biologie, eine davon ist die Entgiftung von Fremdstoffen. Auf diese Weise verstärkt Glyphosat die zerstörerische Wirkung von anderen chemischen Nahrungs-Bestandteilen und Umwelt-Schadstoffen."

 

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