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Artikel, Videos und Statements zur Auseinandersetzung mit dem Glyphosat

Da es eine ganze Reihe interessanter und aufklärender Film-Beiträge bzw. Videos bzw. statements zur Auseinandersetzung um die Giftigkeit des Glyphosats  gibt, hier eine Zusammenstellung:

10.06.2016: NDR-Niedersachsen, Interview mit Kathrin Otte zum Glyphosat

Rudolf Stratmann, 14.06.2016

Das Interview auf der Seite von NDR-Niedersachsen hat eine grosse Anzahl von Kommentaren hervorgerufen, ich möchte hier meinen vorhin eingestellten Kommentar in der Vollständigkeit wiedergeben, die innerhalb des schmalen Kommentar-Fensters auf der NDR-Seite nicht möglich war:


Zu der Einlassung von Dr. K. nur das, was der Erwiderung wert ist:
1. Die IARC bewertet  die 'evidence on the carcinogenicity of a wide range of human exposures', nachzulesen in der Preamble der Monographs.
Glyphosat ist mit 'wahrscheinlich krebserzeugend' bewertet worden. Der Hinweis auf andere Bewertungen hilft nicht weiter, lenkt nur ab.
Eine Risikoabschätzung ist nicht der Job der IARC. Das wäre der Job des BfR, die ihn nur leider nicht leistet, genausowenig wie die EFSA oder recht nicht dieses fragwürdige Experten-Gremium JMPR. Würde eine realitätsnahe Risikoabschätzung z.B. für die deutsche Bevölkerung gemacht werden, müssten Gemische bewertet werden und das in fatal synergistischer Wirkung mit allen möglichen anderen Toxinen, denen die Menschen ausgesetzt sind, in unterschiedlichem Masse. Das macht aber keine staatliche Behörde, selbst die geltenden Modelle zur Bewertung sind veraltet.
2. Es geht beim Glyphosat nur am Rande um Krebs. Allerdings kann diese Erkrankung von niemandem kleingeredet werden, insofern war die letzten März veröffentlichte IARC-Bewertung ein öffentliches Fanal, nach dem die Diskussion erst so richtig los ging.
3. Aber die grundlegende Schadwirkung auf alle möglichen Bio-pathways kann sich vor Augen führen, wer in der Lage ist, 3 Gedanken hintereinander zu denken: a) Die Behauptung, das Glyphosat hemme ein Enzym, das Menschen gar nicht haben, also könne kein Schaden bei Menschen entstehen, ist eine Schutzbehauptung, die bei näherem Hinsehen nicht zu halten ist; b) der Stoffwechselweg, indem ein Enzym bei Pflanzen gehemmt wird und der Shikimat-Weg heisst, existiert auch bei Mikroorganismen, auch solchen, die wir als Darmsymbionten in uns tragen und benötigen; c) wenn in unserem eigenen Darm-Mikrobiom Bakterien, die den Shikimat-Weg haben, durch Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA gekillt werden und in der Folge die für uns von den Bakterien produzierten Stoffwechsel-Produkte nicht mehr zur Verfügung stehen, entwickeln sich ganz automatische Schieflagen, Pathologien.
'Informiert Euch bevor Ihr schreit! - schrieb Dr. K. gestern in aller Herrgottsfrühe. Was aber hat Herr Dr. K. gestern und heute gelernt? Wenn nichts, hier ein Vorschlag für morgen: http://www.genuk-ev.de/open_letter.html

30.03.2016 Plusminus: Glyphosat - Pestizid unter Krebsverdacht

Anmoderation dieses TV-Beitrages von Jörn Kersten, nachzusehen in der ARD-Mediathek: "Wie steht es mit Mut in der Politik, wenn selbst Wissenschaftler sich darüber streiten, ob Pflanzenschutzmittel mit Glyphosat nun krebserregend sind oder nicht? Die EU hat die Entscheidung über die weitere Zulassung erst einmal verschoben. Aber hinter den Kulissen wird heftig gerungen. Und zwei deutsche Behörden spielen dabei eine wichtige Rolle."

Hier einige Zitate:

Wie gefährlich ist das Pestizid Glyphosat? Die Weltgesundheitsorganisation warnt, es sei wahrscheinlich krebserregend. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung bestreitet das. Und auf das Urteil dieser Behörde beruft sich die EU-Kommission, die Glyphosat für weitere 15 Jahre uneingeschränkt zulassen will.

Zitat Epidemiologe Prof. Greiser, Bremen: "Ich halte das Verhalten des BfR für unverantwortlich und für eine Gesundheitsgefährdung der deutschen Bevölkerung."

...

Zitat Prof. Greiser: "Wenn Sie behaupten, etwas ist schwarz, in Wirklichkeit ist es weiss: Das ist kein Interpretationsspielraum, das ist einfach falsch. Und genau das hat das BfR gemacht und ich bezweifle, dass es irgendein EU-Gesetz gibt, das sowas zulässt."

In einem offen Brief zerreissen Wissenschaftler aus aller Welt die Analyse der deutschen Behörde in der Luft. Sie enthalte 'schwerwiegende Mängel' und sei 'wissenschaftlich inakzeptabel'.

Der BUND kritisiert, dass sich die Pestizidhersteller das Land aussuchen dürfen, dessen Behörden ihre Produkte für die gesamte EU bewerten.

Zitat Frau Moldenhauer, BUND: "Deutschland ist ja das Land der Chemieindustrie, das ist unser drittgrösster Wirtschaftszweig und die deutsche Chemieindustrie ist die grösste in der EU. Und es hängt ganz viel ab vom Urteil des Bundesinstituts für Risikobewertung, für die Frage, wieviele Pestizide überhaupt auf den EU-Markt gelangen dürfen."

Die zweite Behörde, die bei Glyphosat eine Rolle spielt, ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz BVL.

Dem Umweltinstitut in München liegt der Mail-Verkehr dieses Amts mit der Lobbyorganisation Glyphosate Task Force auss den Jahren 2009 bis 2011 vor. Schon damals ging es um die Wiederzulassung des Pflanzengifts.

Zitat Karl Bär, Umweltinstitut München: "Sie sprechen sich ab!" ... "DIe Behörde berät die Firma dabei, wie sie den Antrag auf Wiederzulassung auf Glyphosat am besten durchkriegt."

... Ein Interview bekommen wir nicht. Schriflich heisst es, es gäbe keine Zusammenarbeit mit der Glyphosat-Lobby, sondern nur, Zitat: "... eine Kommunikation zwischen Behörde und Antragsteller."

In einer Broschüre ist das Selbstverständnis des Amtes nachzulesen. Dort steht: "Als Dienstleister spricht das BVL mit seinen Kunden. Diese Gespräche dienen dem Ziel, gute Anträge zu erhalten." Die 'Kunden', das sind aber nicht die Verbraucher, sondern die Pestizid-Hersteller.

Zitat Frau Moldenhauer, BUND: "Wenn das BVL sich als Dienstleister der Pestizid-Hersteller sieht, dann heisst das ja, dass sie sich eindeutig auf deren Seite positioniert. Es vernachlässigt aber die Aufgabe, die es eigentlich haben sollte, nämlich Verbraucherschutz zu betreiben."

Keinen Interessenkonflikt sieht man beim Bundesamt. Alles verlaufe im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Ganz im Sinne des Dienstherrn: Denn Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist von Glyphosat überzeugt:

Zitat Minister Schmidt: "Das ist was von Profis für Profis."

Die 'Profis' haben in den vergangenen 20 Jahren den Einsatz von Glyphosat auf 6.000 t vervierfacht, obwohl eine Krebsgefahr laut WHO wahrscheinlich ist. Und deutsche Behörden tun alles dafür, dass die Geschäfte weiterlaufen.

09.03.2016 TTIP lässt grüßen: Klage von Monsanto gg. den Staat Kalifornien

Schon am 21.01.2016, s. diesen Reuters-Artikel, hat Monsanto Klage gegen den Staat Kalifornien eingereicht, dass Glyphosat nicht in eine Liste krebserzeugender Stoffe aufgenommen wird. Siehe hierzu den deutschsprachigen Artikel auf konjunktion.info, in dem abschliessend gesagt wird: "Leider ist zu befürchten, dass Monsanto auch diesen Rechtsstreit für sich entscheiden kann. Ein Vorgeschmack auf das, was uns mit TTIP und CETA in Zukunft verstärkt erwartet."

08.03.2016 SZ: EU verschiebt Glyphosat-Entscheidung

Da sich neben Schweden mittlerweile weitere Länder gg. eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung ausgesprochen haben, darunter Frankreich, war in der Sitzung des EU-Fachausschusses keine Mehrheit in Aussicht, sodass die Entscheidung verschoben worden ist. Hier ein entsprechender redaktioneller Artikel der Süddeutschen sowie ein weiterer informativer Artikel auf n-tv.

04.03.2016 Glyphosat-Untersuchung: 99,6% von 2009 Studienteilnehmern belastet

Ein von der emeritierten Veterinärmedizinerin Prof. Monika Krüger betreute und vom Labor BioCheck-Holzhausen durchgeführte Untersuchung ist mit insgesamt 2009 Probanden die bisher weltweit größte durchgeführte Felduntersuchung zum Nachweis von Glyphosat im Urin, s. hier den Artikel der Heinrich-Böll-Stiftung.

Praktisch alle Probanden hatten Glyphosat im Urin, ein absolut erschreckendes Ergebnis.

Auf der homepage des Projektes 'Urinale - Kein Gift auf meinem Teller' ist die Studie verfügbar.

Die Tagesschau-Redaktion hat am 07.03.2016 ein Interview mit Frau Prof. Krüger veröffentlicht: "Glyphosat-Grenzwert sollte bei null sein"

02.03.2016 Strafanzeige gegen Glyphosat-Protagonisten

s. hierzu eine eigene Seite

27.11.2015 Offener Brief: Wissenschaftler protestieren gg. die Bewertung durch BfR und EFSA

Knapp 100 Wissenschaftler haben sich in einem Offenen Brief an den EU-Gesundheitskommissar gewandt und gegen die Bewertung durch das BfR und durch die efsa protestiert.

Hier ist der Brief herunterzuladen - und hier ein Artikel in der Süddeutschen und in der ZEIT dazu.

02.11.2015 ARD-TV: "Gift im Acker - Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?"

In der ARD-Sendereihe "die story" wurde am 2.11. dieser sehr zu empfehlende Film ausgestrahlt. Allein die Luftaufnahmen bei Minute 9:30 und die Kommentare von Prof. Neumann sollten jeden, der meint, dass dieses Ackergift "sinnvoll" eingesetzt werden könnte, sprachlos werden lassen. Allerdings wissen wir, dass dem nicht so ist.

Hier zu dem Beitrag in der ARD-Mediathek

20.10.2015 Fakt: "Die Gefährlichkeit des Glyphosat"

Nur 2 Tage nach dem u.a. erschütternden Bericht des Europamagazin wurde von dem ARD-Magazin Fakt ein weiterer Bericht zum laufenden Neu-Bewertungs-Verfahren des Glyphosats ausgestrahlt, mit besonderer Berücksichtigung der unseligen Rolle des BfR.

Hier zu dem Beitrag in der ARD-Mediathek

18.10.2015 ARD-TV: "Das Geschäft mit dem umstrittenen Herbizid Glyphosat"

"Europamagazin: Das Geschäft mit dem umstrittenen Herbizid Glyphosat"

Krebserregend oder nicht? Das ist die Frage, mit der sich das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR im Auftrag der EU beschäftigen muss.

Hier zu dem Beitrag in der ARD-Mediathek

28.09.2015 Bundestag-TV: Anhörung des Agrarausschusses zum Glyphosat

An diesem Tag gab es eine Anhörung des Agrarausschusses des Deutschen Bundestages zum Thema "Auswirkungen des Glyphosats auf die Gesundheit", in der Mediathek des Bundestags-TV nachzusehen. Hier trafen die Spitzen der Glyphosat-Befürworter (u.a. der BfR-Präsident Prof. Hensel) mit den schärfsten Kritikern (u.a. IARC-Vertretern) aufeinander. Dieses Video ist wohl das lehrreichste von allen, weil hier der alles entscheidende Punkt dokumentiert ist: Dass es keineswegs so ist, dass sich das BfR auf die eigene über jeden Zweifel erhabene wissenschaftliche Methode bei der Erarbeitung ihrer für die EFSA gemachten Stellungnahme (Glyphosat ist für die Gesundheit unschädlich, wenn es 'richtig' angewandt wird) berufen kann. Die IARC-Vertreter, aber auch Prof. Greiser haben gerade dem methodischen Vorgehen des BfR heftig widersprochen.

Hier zu der Anhörung in der Mediathek des Deutschen Bundestages

 

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